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Ausgabe 03/2022

Lieber schriftlich

ACHTSAMKEIT. Brauchen die Steuerberaterund Wirtschaftsprüferkanzleien mehr an Achtsamkeit? Von Sabine Kosterski und Andrea Sedetka

Gute Mitarbeiter:innen sind rar am Markt. Der Trend, den guten Mitarbeiter:innen mehr als einen sicheren Job mit Aufstiegsmöglichkeiten und attraktiver Bezahlung zu bieten, steigt stetig an. Homeoffice, flexible Arbeitsmodelle, Essens-, Sport- und Gesundheitsangebote für Mitarbeiter:innen sind keine Seltenheit mehr. Der wachsende Druck unserer Leistungsgesellschaft – größer, höher und noch mehr – fordert seinen Preis. Das Risiko von Burnouts schwebt wie ein Damoklesschwert über den Köpfen. Mentale Gesundheit gehört genauso zur Prävention wie ein gesunder Körper. Bedarf es einen Wandel zu einer gesunden Arbeitswelt – einen reflektierten Umgang mit der Arbeitszeit, mit den Mitarbeiter:innen, mit den eigenen Emotionen und Bedürfnissen für eine nachhaltige erfolgreiche Wirtschaftstreuhandkanzlei? Studien haben gezeigt, dass Achtsamkeitstrainings emotionale, physische und kognitive Veränderungen herbeiführen können. Stresssituationen können erkannt werden und darauf bedachter eingegangen werden. Mehr Kreativität wird durch mehr Gelassenheit und eine wohlwollende Atmosphäre erzeugt. Der Mensch wird in Zeiten der Digitalisierung wichtiger denn je. Die Unterscheidung zwischen Menschsein im Privaten und Beruf mit all seinen Bedürfnissen, Empfindungen, Emotionen lässt sich schwer trennen. Achtsamkeitsprogramme basieren somit auf Achtsamkeit, emotionaler Intelligenz und neurowissenschaftlicher Forschung. Diese drei Säulen ergänzen einander. Achtsamkeit unterstützt die Selbstwahrnehmung und Selbstregulation und lässt uns gelassener mit Stress umgehen. Durch emotionale Intelligenz wird die Kommunikation mit Mitarbeiter:innen, mit Klient- :innen und Partner:innen gestärkt. Die neurowissenschaftliche Forschung zeigt die Erklärungsansätze und Auswirkungen der emotionalen Muster, Denkspiralen und Handlungen auf.

Empathische Fähigkeiten
Im Achtsamkeitstraining werden Selbstwahrnehmung und Reflexion geübt – es werden Muster und Automatismen erkannt und können dadurch verändert werden. Gute Führung in einer WT-Kanzlei bedeutet Motivation, hohe Effizienz und Arbeitsqualität in Teams. Nur wer selbst die Kompetenz der Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion besitzt, wer gut in Kontakt mit anderen treten kann, wer empathisch ist, hat die Grundvoraussetzungen für eine gute Führungskraft, die ihre Mitarbeiter:innen begeistern und deren Talente zum Vorschein bringen kann. Es werden Möglichkeiten wahrgenommen, die Emotionen zu regulieren und zielführend zu agieren. Die zwischenmenschlichen Kontakte können durch „Achtsamsein“ erfolgreicher gestaltet werden. Durch die Stärkung der empathischen Fähigkeiten können die Erwartungshaltungen zwischen Mitarbeiter:innen und Chef:innen leichter in Einklang gebracht werden. Mitarbeiter:innen, Partner:innen können mit ihren Reaktionen und ihrem Verhalten besser und „richtiger“ verstanden werden und so die Talente erkannt und effizient eingesetzt werden und somit die Mitarbeitermotivation und dadurch die Mitarbeiterbindung erhöht werden.

Reflexion der Emotionen
Achtsamkeit in Wirtschaftstreuhandkanzleien bedeutet zusammengefasst Reflexion und Umgang mit den eigenen Emotionen, Respekt und Erhöhung des Gemeinschaftsgefühls. Es wird ein Klima geschaffen, das von Verständnis und Kooperation geprägt ist. Ein Klima, das den Führungskräften und den Mitarbeiter:innen guttut und für Beständigkeit, Sicherheit und Wohlwollen und Vertrauen sorgt. Die Erlernung der Achtsamkeitsmethoden bedeutet, die emotionale Intelligenz zu schulen und so die Führungsarbeit zu unterstützen und schlussendlich den Unternehmenserfolg zu erhöhen.

Erscheinungsdatum:

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