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PORTRÄT. Thomas Szekeres ist seit Juni Präsident der österreichischen Ärztekammer. Er wird in den nächsten Jahren die Interessen der Mediziner dieses Landes verteidigen. Von Karin Pollack

Es gibt Kämpfe, die werden mit großer Verve geführt. Wenn Reformen im Gesundheitssystem anstehen, geht es meist darum, auch die Ärzteschaft ins Boot zu holen. Deren Standesvertreter sind für ihre Beharrlichkeit in Verhandlungen legendär, und das seit Jahrzehnten. Aktuell geht es um die Reform der Primärversorgung, ehemals Hausärzte. Dass Ärzte künftig weniger als Einzelkämpfer und mehr in großen Praxisgemeinschaften arbeiten werden, erfordert grundlegende Veränderungen. Sie bergen Gefahren, ist Thomas Szekeres überzeugt und sieht die solidarisch finanzierte Gesundheitsversorgung in Gefahr. Als neuer Präsident der Ärztekammer will er bei der „Weiterentwicklung“ aktiv mitgestalten. Deshalb hat er bei den Verhandlungen zum neuen Gesetz der Primärversorgung in so genannten Primary Health Care-Zentren im Frühjahr auch nicht locker gelassen. „Das habe ich gerne gemacht, mich für andere einzusetzen“, sagt Thomas Szekeres mit ein wenig näselnder, typisch wienerischer Stimme. Mit diesem kurzen Satz drückt er allerdings auch sein berufliches Selbstverständnis aus, dem er seit Anbeginn seiner Karriere treu ist.

„Neue Formen der Zusammenarbeit von Ärzten in unterschiedlichen Formationen sind auch betriebswirtschaftlich und steuertechnisch eine Herausforderung für den Berufsstand“, sagt der neue Ärztekammerpräsident Thomas Sekeres

Sohn von Ungarnflüchtlingen

Thomas Szekeres, Sohn von Ungarnflüchtlingen, geboren 1956, war schon in der Schule vorlaut. „Ich wollte Latein abschaffen, weil ich den Sinn darin einfach nicht gesehen habe“, sagt er. Später studierte er zwei Semester lang Jus, erkannte dann jedoch, dass er sich für die Medizin wesentlich mehr interessierte. Nach Abschluss des Studiums landete er in der Labormedizin am Wiener AKH, spezialisierte sich auf Krebs und begann, sich als Betriebsrat für die Belegschaft zu engagieren. Szekeres´ Kampfgeist traut man ihm auf den ersten Blick eigentlich gar nicht zu. Er ist nicht besonders groß, blickt meistens ziemlich ernst hinter seiner Brille. Umso schärfer sind allerdings seine Argumentationen in Debatten. Im Zuge der Einsparungen im Spitalswesen sind auch Streiks für ihn ein probates Instrument zur Durchsetzung von Forderungen. Legendär ist sein Streit mit der ehemaligen Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely. Szekeres, seit seinem 16. Lebensjahr Mitglied in der SPÖ, wurde im Zuge der Querelen sogar aus der Partei ausgeschlossen, „dabei hatte meine Funktion in der Ärztekammer rein gar nichts mit meiner Parteizugehörigkeit zu tun“, erklärt Szekeres kopfschüttelnd und kritisiert damit auch die internen Strukturen der SPÖ. 

Neue Formen der Zusammenarbeit

Medial wurde dieser Konflikt zwischen Szekeres und Wehsely weidlich ausgeschlachtet. Das wiederum war der Grund, warum Szekeres in der mehrheitlich von der ÖVP dominierten Ärztekammer ein wählbarer Kandidat wurde. „Vorgedrängt habe ich mich sicherlich nicht“, kommentierte er seinen Wahlsieg im Juni. „Neue Formen der Zusammenarbeit von Ärzten in unterschiedlichen Formationen sind auch betriebswirtschaftlich und steuertechnisch eine Herausforderung für den Berufsstand“, sagt er. Groß sei die Auswahl an spezialisierten Steuerberatern bislang nicht, weiß er, oft ginge es auch um Beratung für neue Ordinationsmodelle, und das sei Pionierarbeit. Ärzte verrechnen bekanntlich keine Mehrwertsteuer, was nicht immer von Vorteil ist – vor allem, wenn Ärzte Räumlichkeiten mieten wollen, tun sie sich deshalb eher schwer. Auch in solch praktischen Belangen sieht Szekeres Handlungsbedarf im Sinne der Erleichertung für Mediziner. Thomas Szekeres hat ziemlich viel auf seiner Agenda, seit Ende Juni ist er zudem auch nicht mehr Herr über seinen Terminkalender, weil sein Büro in der Kammer ihm Termine ins Outlook bucht. Nach wie vor arbeitet der Ärztekammerpräsident noch 20 Stunden im AKH und fährt erst dann mit dem Auto in die Weihburggasse, Sitz der Ärztekammer. Diese kurze Zeit nutzt er bereits für Telefonate. Seine Tage sind ziemlich durchgetaktet. 

Szekeres Kampfgeist traut man ihm auf den ersten Blick gar nicht zu. Er ist nicht besonders groß, blickt meistens ernst hinter seiner Brille. Umso schärfer sind seine Argumenationen in Debatten. Im Zuge der Einsparungen im Spitalswesen sind auch Streiks für ihn ein probates Instrument zur Durchsetzung von Forderungen.  

Persönliche Gesundheitsimpulse

Seine Frau, auch sie Ärztin im AKH, kommt aus Osttirol. Als bekennender Stadtmensch fährt Thomas Szekeres immer wieder nach Lienz, weil er dort auch den portugiesischen Wasserhund seiner Schwiegereltern mag. „Es ist ein antiallergener Hund“, schmunzelt er. Wenn der Vierbeiner in Wien zu Besuch ist, führt er ihn gerne in der Innenstadt spazieren. In den letzten Jahren hat Szekeres auch persönlich Gesundheitsimpulse gesetzt. So hat er, einst passionierter Raucher, den Zigaretten abgeschworen und geht regelmäßig ins Fitnessstudio. Er braucht das als Ausgleich für seinen Kampfgeist als wehrhafter Ärztekammerpräsident.  

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