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Klaus Hübner, Präsident der ÖGSW

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4. Ausgabe ÖGSWissen '18 erschienen

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ÖGSWissen

Wirtschaftstreuhänder – ein juristischer Beruf?


Zum Autor
Klaus Hilber ist
Steuerberater
k.hilber@khwt.at

Praxis. Gehört unser Beruf zu den juristischen
Berufsbildern? Und sind Absolventen eines Jus-Studiums
für den Kanzleieinsatz geeignet? Von Klaus Hilber

In den meisten Kanzleien umfasst die Angebotspalette grundsätzlich die Tätigkeitsbereiche der

  • Steuerberatung,
  • Vertretung vor Behörden und vor dem BFG,
  • Betreuung bei abgabenbehördlichen Überprüfungsmaßnahmen,
  • Erstellung von Jahresabschlüssen samt Steuererklärungen,
  • Buchhaltung und Personalverrechnung.

Natürlich gibt es auch spezialisierte Kanzleien, die nicht zu den dargestellten „Vollanbietern“ gehören, sondern sich auf einzelne (ein einzelnes) Fachgebiet(e) spezialisiert haben (z.B. Umgründungen). Nicht zu übersehen sind weiters jene WTBetriebe, die zusätzliche Sonderfachbereiche abdecken (z.B. Unternehmensbewertung) oder etwa den Bereich der Wirtschaftsprüfung. Ich würde die angeführten Spartentätigkeiten wie folgt in vier Bereiche einteilen (diese ist ohne Wertung zu verstehen, Überschneidungen bzw Mehrfachzuordnungen sind möglich):

  • „handwerkliche Tätigkeiten“ (Buchhaltung und Lohnverrechnung): Diese werden auch von anderen Berufen am Markt angeboten.
  • „betriebswirtschaftliche Tätigkeiten“ (Jahresabschlusserstellung samt Steuererklärungen, Unternehmensbewertung): Für diese Disziplin sind erhebliche facheinschlägige Kenntnisse des Bilanzrechts und des Steuerrechts notwendig.
  • „juristische Tätigkeiten“ (Beratung, Vertretung, Prüfungsbetreuung): In diesen Fachbereichen ist fundiertes juristisches Know-how von Bedeutung.
  • „spezielle Tätigkeiten“ (Umgründungen): Vertieftes Spezialwissen ist vonnöten.

Im Rahmen der juristischen Ausbildung beschäftigen sich die Studenten intensiv mit den Fachbereichen Zivilrecht, Strafrecht, Prozessrecht und öffentliches Recht.  

Jus-Studium – Ausbildungsfächer

Im Rahmen der juristischen Ausbildung beschäftigen sich die Studenten neben grundlegenden methodischen Grundlagen der Juristerei intensiv mit den Fachbereichen Zivilrecht, Strafrecht, Prozessrecht und öffentliches Recht. Je nach Ausbildungsschwerpunkt und Studienplänen der einzelnen Universitäten werden aber auch Kenntnisse auf den Gebieten des Gesellschaftsrechts, Europarechts und Steuerrechts gesammelt. Für Studierende der Studienrichtung „Wirtschaft & Recht“ bzw. „Wirtschaftsrecht“ werden entsprechende Schwerpunkte vermittelt. Als Manko im Rahmen der juristischen Ausbildung kann aus Sicht des Wirtschaftstreuhänders angemerkt werden, dass die betriebswirtschaftlichen Disziplinen (z.B. Unternehmensführung) und die Bereiche Rechnungswesen, Kostenrechnung sowie betriebswirtschaftliche Steuerlehre im Lehrplan nicht (oder nur von untergeordneter Bedeutung) enthalten sind. Dieser Umstand wird hin und wieder ins Treffen geführt, wenn es um die unzureichenden Grundkenntnisse für den Kanzleialltag geht. Abschließend muss meines Erachtens aber noch unbedingt festgehalten werden, dass die juristische Ausbildung an den Universitäten in Österreich aufgrund unterschiedlicher Studienpläne nicht unkritisch verglichen werden kann.

Chancen für Jus-Absolventen?

Wir sind uns doch alle einig, dass vor allem im Bereich der „handwerklichen Tätigkeiten“ der Konkurrenzdruck von außen stark zugenommen hat. Trotzdem wird in vielen Kanzleien ein erheblicher Umsatzanteil mit derartigen Leistungen getätigt. Als Wettbewerbsvorteil könnte man hier sehr qualifiziertes Personal einsetzen – z.B. auch Jus-Absolventen. Im Bereich Personalverrechnung könnten Jus-Absolventen beispielsweise beim Einstieg in die Kanzleiarbeit von Anfang an wertvolle Fachkenntnisse einbringen.

Wir sind uns alle einig, dass vor allem im Bereich der handwerklichen Tätigkeiten der Konkurrenzdruck von außen stark zugenommen hat.

Im Bereich der Vertretung bei Behörden bzw. BFG und laufenden (Betriebs-)Prüfungsverfahren sind juristische Kenntnisse, insbesondere verfahrensrechtliches Wissen, sehr wertvoll. Juristen haben das Lesen und Interpretieren von Gesetzestexten gelernt. Diese Kenntnisse können rasch verwertet werden. Und die ÖGSW verlangt für die Zukunft die Ausweitung der Berufsbefugnisse. Dazu sind juristische Kenntnisse sehr gefragt.

Zusammenfassung

Ich halte Juristen für sehr kanzleieinsatztauglich. Letztlich müssen Uni-Absolventen sowieso für den Praxiseinsatz durch entsprechende Schulungen fit gemacht werden: Jus-Absolventen eher im Bereich des Rechnungswesens, BWL-Absolventen ganz sicher in den juristischen Bereichen.

 

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